Die große
Transformation

Kleiner Junge und sein Vater rennen über blühende Frühlingswiese, Heisterberg, Westerwald, Hessen, Deutschland.

Weltweit wird der Ruf nach einem gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit lauter. Oft wird dieser Wandel auch als „die große Transformation“ bezeichnet. Was versteckt sich hinter dem Begriff: der Wandel soll ein gutes und zukunftsfähiges Leben auf einem gesunden Planeten ermöglichen. Für alle Menschen weltweit.

Das bedeutet, dass sich unsere Produktions-, Konsum- und Wegwerfgesellschaft stärker in Richtung einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt. Wodurch wir, dank Kreislaufwirtschaft und bewusstem Konsum, insgesamt weniger Ressourcen und Energie verbrauchen.

Diese Transformation geht auch mit einem Wertewandel einher. Einige alte ‚Leitsterne‘ unseres heutigen Zusammenlebens, wie Profitstreben, Konkurrenzdenken und Wachstum, werden zunehmend durch neue abgelöst, wie Gesundheit, Zusammenhalt in der Gesellschaft, Ressourcenschonung, Entschleunigung, Regionalisierung oder Zeitwohlstand.

Menschheit ohne Armut und Hunger bis 2030

Die meisten Länder weltweit sind noch weit vom Ziel der Nachhaltigkeit entfernt. Um das zu ändern, haben sich die Länder der Vereinten Nationen ein gemeinsames Nachhaltigkeits-Ziel vorgenommen: die sogenannten ‚Sustainable Development Goals‘ (kurz SDGs). 17 Teilziele bilden die Eckpfeiler dieses Weges.

Dieser Plan soll weltweit den Schutz des Planeten, Wohlstand und Frieden fördern. Der Zeitplan für die Umsetzung ist ambitioniert: bis 2030 sollen alle SDGs erreicht werden.

Übersicht über die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Europaweit haben verschiedene NGOs und Organisationen die Plattform ‚SDG Watch‘ gegründet, um Fortschritte in Sachen SDGs zu beobachten.

Druck von oben oder unten?

Wissenschaftler*innen betonen, dass der Wandel, den unsere Welt jetzt braucht, auf vielen Ebenen gleichzeitig passieren muss. Die Politik spielt eine wichtige Rolle. Gesetze und Maßnahmen können Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft ausbremsen oder – was dringend notwendig wäre – beschleunigen.

Auch die Wirtschaft wird als wichtiger Akteur wahrgenommen. Viele Umwelt- und Klimaprobleme hängen damit zusammen, wie Güter hergestellt und transportiert werden. Unternehmen können – oft im Gegensatz zur Politik – rasch und eigenständig zukunftsfähige Entscheidungen treffen und umsetzen.

Aber auch der Hebel, den wir als Individuum bzw. gemeinsam als Gesellschaft in der Hand halten, ist nicht zu unterschätzen. Letztendlich hat Wandel ganz wesentlich auch mit Einstellungen und Verhaltensänderungen zu tun.

Verhalten ändert sich nicht automatisch

Umfragen zeigen, dass unser Umwelt- und Klimabewusstsein aktuell ein Rekordhoch erlebt: für 92% ist der Klimawandel ein sehr ernstes Problem. Trotzdem zeigen Studien, dass Wissen nicht automatisch zum Handeln führt. Dazu braucht es auch gute Alternativen, die weder zu teuer noch mühselig sind.

Was den Wandel noch beschleunigt: gute Vorbilder. Menschen im Umfeld, die uns in Sachen Nachhaltigkeit einen Schritt voraus sind, motivieren oft zur Nachahmung. Wo Photovoltaik-Anlagen gut sichtbar installiert sind, entstehen in der Nachbarschaft überdurchschnittlich häufig weitere Anlagen. Dieser Nachahmungs-Effekt entsteht dadurch, dass unsere Entscheidungen ganz wesentlich vom Verhalten anderer beeinflusst werden.

Niemanden zurücklassen

Der gesellschaftliche Umbau wird viel Neues entstehen und machen Altes verschwinden lassen (z.B. Arbeitsplätze in der fossilen Energiebranche). Um alle Menschen abzuholen und niemanden zurück zu lassen, hat die EU ein Paket für einem ‚gerechten Übergang‘ (just transition) geschnürt.

Spannende Podcasts zum Thema SDGs findest Du hier.

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